Eine fantastische Geschichte

Die Erde ist wahrhaftig kugelförmig. Daran darf und sollte man wirklich keine Gedanken mehr verschwenden. Wäre sie kein Ball, würden unsere Schiffe täglich wie an einem Wasserfall von der Kante fallen.

Stattdessen werden die Schiffe egal welchen Stoffes von der Erdkugel angezogen, sodass sie auch senkrecht über Kopf nicht fallen können. Auch das Wasser fällt nicht 'abwärts' - es biegt sich rund vor Schwerkraft und wird immer vom Mittelpunkt festgehalten. Auf den Ozeanen täuscht die plane Fläche und man erkennt irgendwann ganz klar die Krümmungen. Die perfekte Spiegelung der Wolken entsteht durch das ebenfalls gekrümmte Licht. Alles wird gekrümmt. So in etwa wird auf der Rückseite eines Löffels ein unverzogenes Abbild gespiegelt.

Wir befinden uns auf diesem magischen Ball mit seinen Verbiegungen und spüren täglich die Bewegungen unserer Kugel, indem wir den riesigen Sonnekörper auf und unter bzw. hin und weg gehen sehen. Die Erde muss deswegen also unbedingt drehend rund sein - Sonne, Mond und alle anderen Figuren sind ja auch kugelige Gesellen.

Unsere Kugel ist derart magisch, dass wir es nicht fühlen, wenn wir uns schneller als der Schall um die eigene Achse drehen. Es ist natürlich logisch, dass alle physikalischen Regeln wie nun der Schall mit der Erde innerhalb der Atmosphäre rundumhersausen. Anders ist die Theorie nicht erklärbar, denn sonst würden wir das eigene Wort nicht verstehen bzw. im Echo hören, je nachdem in welche Richtung man spricht. Auch würden die Passagierflugzeuge die Ziele nie erreichen, weil sich die Erde mit höherer Geschwindigkeit wegdrehen würde - noch besser, sie müssten erst gar nicht beschleunigen, weil sich der Landeort irgendwann durch die Erdrotation hinzudrehen würde. Die Atmosphäre dreht sich also mit uns jedoch nur bis zu einer gewissen Höhe! So dreht man sich mit geringerer Geschwindigkeit je näher man sich dem Drehmittelpunkt (Nord- oder Südpol) befindet. Bis heute können wir dann keinen Unterschied der Geschwindkeit in geringster Weise registrieren, wenn wir uns innerhalb weniger Stunden von ganz 'Oben' bis zum Equator hin fliegen, plötzlich bis zu fünfmal so schnell rotieren und die Fliehkraft um ein Vielfaches mehr auf uns wirken sollte.

Aber das ist noch lange nicht alles, was unser magische Spinball auf dem Kasten hat. Mit einem sensationellen Wert von 30 Kilometer in der Sekunde sausen wir drehend darauf durch die Gegend. Dieses Tempo ist ungefähr 90 mal so schnell wie der Schall. Mit aerodynamischer Neigung der Drehachse absolvieren wir schön jährlich eine Laufbahn rund um die riesige Sonne. Und weil diese Laufbahn etwas verzogen ist sind wir manchmal näher an der Sonne als sonst - so ist es dann Sommer. Wegen der Neigung unserer Drehungen ist es dann auf der anderen Seite der Kugel irgendwie Winter. Nach irdischer Logik sollten sich nun Tag und Nacht nach einem halben Jahr zwischendurch mal abwechseln, was sie aber nicht tun wollen. Das liegt vielleicht daran, dass sich die Erde so langweilig wie der Mond sich nie von der Sonne abwendet oder weil die irdische Logik im Weltall nichts zu suchen hat.

Zu alledem schiesst die riesige Sonne mit ihrem Anhängsel mit einer Schnelligkeit von 240'000 Kilometer in der Sekunde oder besser gesagt mit 864 Millionen Kilometer in der Stunde durch die Galaxie. Alles in Allem dreht und weht sich alles in verschiedenen Rythmen umher. Sausend, wirbelnd und geneigt in sich selbst flattern wir wiederum im Kreis um die rasende Sonne und beobachten jedes Jahr dieselben Sternenbilder. Wir sehen die präzis selbe Konstellation wie es die Menschen vor tausend Jahren beobachteten. Es ist als packe man ein sich drehendes Karusell zusammen, baut es an einem anderen Ort wieder auf und erwartet beim erneuten Drehen dieselben Objekte in gleicher Anordnung zu sehen. Das ist sehr verständlich so erklärbar, dass diese Objekte halt sehr sehr weit vom Karusell entfernt sind und sich die Verschiebung in eine Richtung nicht mal mithilfe menschlichen Instrumenten geschweige den dem Verstand bemerkbar macht.

Man würde aber ganz bestimmt von selbst und ohne Bildung zu dem Schluss gelangen, das wir mit immenser Behendigkeit durch den Raum wirbeln. Die Sonne ist der Mittelpunkt und bewegt sich nicht oder wir meinen bloss sie bewegt sich nicht. Mit ihr schnellen wir mit Millionen von Kilometern in der Stunde durch die Unendlichkeit - sie behält nur für uns stets ungefähr dieselbe Distanz. Die Sonne soll über hundert Millionen Kilometer von uns entfernt sein und weil sie so unglaublich heiss ist, beheizt sie den südlichen Teil der Erde wesentlich mehr als den zweitausend Kilometer entfernten nördlichen Teil. Bestimmt verhalten sich Sonnenstrahlen in der Schwerelosigkeit ganz anders als wir es bei uns kennen. Man platziere vergleichsweise eine Ameise hundert Meter von einer grossen Hitzequelle entfernt und erzähle ihr, ihre hinteren Beine sollen von der grossen Hitze weniger abkriegen als ihre Vorderen.

Während nun Hammer und Feder auf dem Mond gleichzeitig zu Boden fallen schwirrt das Sonnenlicht durch die Finsternis und verbreitet ihre Wärme und ihr Licht. Wie gut umgibt unseren magischen Ball auch noch eine zauberhafte Schutzschicht wie die Atmosphähre. Diese verzaubert nicht nur alle physikalischen Regeln der Erde, sie schützt uns auch von den superheissen Sonnenstrahlen und speichert gleichzeitig wohl die Wärme im Schatten des eiskalten Weltraumes. Wie es logisch erscheint dreht sich der Schutzmantel mit uns mit und wird wohl auch ohne Reibungskraft der Drehung in den Raum übergehen. Irdisch nicht nachzuvollziehen heben sich Schall, Schwerkraft, Fliehkraft und viele andere Kräfte dann fast gänzlich auf, wo sie entgegen ihrer Natur als physikalische Kräfte weder Oben und Unten noch Rechts oder Links erkennen können.

Das alles geschieht in einer Unendlichkeit durch die wir mit der Berechnung des Lichtes zu unserer Entstehung zurückblicken wollen. Mit sagenhaften Instrumenten betrachten wir die Objekte am Himmel und bestimmen so durch atemberaubende Berechnungen die Entfernung derer. Mithilfe abstrakten und ganz klugen, theoretischen Formeln können wir dadurch den genauen Zeitpunkt ermitteln, wo sich unser Powerball durch ein spektakuläre Ereignis geformt hat, um dann in der jetzigen Form und Position zu verharren.

Man sollte beim nächsten Besuch in der Antarktis mal darauf achten, wie sich die Sterne um den Mittelpunkt drehen. Vielleicht kann man dies auch während eines der vielen Fluglinien über den Erdmittelpunkt beobachten oder eine der vielen Personen in unserer Bekanntschaft kann uns berichten, was sie beim letzten Besuch am Rotationspunkt erlebt hat. Und weil dieser Ort auf der Erde schon ziemlich interessant erscheint - beweist er doch die Physik der Drehung - ist es der einzige Ort auf der Weltkarte, der nicht in Besitz eines Landes oder anderen Personen ist. Wäre die Erde nicht kugelförmig, würden die Eiswände um die Antarktis als Trennwand für die Ozeane funktionieren, wie in einer Badewanne. Trotzdem ist es für uns logischer, diese Wanne als Ball vorzustellen, der das Wasser an sich klammert und die Schiffe rundum schwimmen lässt.




 

 

 

 

 
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